Abrechnung für Heilpraktiker

Wie wird man als Heilpraktiker eigentlich bezahlt? Was muss beachtet werden und welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung? Diese und weitere spannende Fragen klären wir heute im folgenden Artikel.

Wie wird man als Heilpraktiker bezahlt?

Die Bezahlung eines Heilpraktikers basiert auf einem zuvor vereinbarten Dienstvertrag nach (§§ 611-630 BGB) mit dem Patienten. Dienstverträge sind z.B. auch bei Mandats-, Telekommunikations- oder Arbeitsverträge üblich. Die Form des Vertrages ist dabei frei wählbar, es empfiehlt sich jedoch einen schriftlichen Vertrag (Heilpraktiker Behandlungsvertrag) über die Leistungen, den Umfang und die preisliche Gestaltung abzuschließen.

Die Höhe der Honorare können mit dem Patienten im Prinzip frei vereinbart werden. Diese müssen jedoch vor der Behandlung eindeutig und offen dargelegt werden. Sollte keine Vereinbarung getroffen werden, so gelten die Honorare des Gebührenverzeichnises (GebüH) für Heilpraktiker. Demnach kann ein Heilpraktiker entweder mit eigenen Honoraren arbeiten oder nach dem Gebührenverzeichnises für Heilpraktiker (GebüH).

Begleichung / Erstattung von Heilpraktikerrechnungen

Die Rechnungen eines Heilpraktikers werden grundsätzlich vom Patienten direkt beglichen, da mit diesem der Vertrag geschlossen wurde. Dieser kann sich, unter bestimmten Voraussetzungen, die Rechnung wiederum von seiner Versicherung erstatten lassen.

Einige der Grundvoraussetzungen sind z.B. dass die Rechnung nicht nur den gesetzlichen Anforderungen entspricht, sondern dass die Angaben nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) erstellt werden. Dabei haben die Versicherungen unterschiedliche Maßstäbe bezüglich der Höhe und Art der Kostenübernahme. So können die Vergütungen der Versicherungen variieren, z.B. bei der "Eingehenden Untersuchung" (Ziffer 1) bezahlen einige Versicherungen nur max. 11,00€ während andere 16,00€ vergüten. Die Differenz muss dann der Versicherte / Patient selbst übernehmen. In einigen Fällen kann eine zu hohe Gebühr auch dazu führen, dass eine Rechnung gänzlich abgelehnt wird.

Als max. Grenze für den angemessenen Preis wird oftmals der 2,3 fache Satz einer vergleichbaren Leistung aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) angesehen, welcher unter Umständen mit der Höhe im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) kollidieren kann. Wichtig ist dabei, dass auf einer Rechnung nach GebüH keine anderen Leistungen aufgelistet sind, sondern nur solche, die in der GebüH enthalten sind. Auch werden nicht alle Leistungen übernommen. Einige der Leistungen eines Heilpraktikers werden grundsätzlich nicht mehr übernommen, auch wenn diese im Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) aufgelistet sind.

Zusätzlich zum Gebührenverzeichnis gibt es noch das Hufelandverzeichnis, welches Naturheilleistungen und TCM beinhaltet. Dieses stellt jedoch keine Abrechnungsgrundlage dar, wird aber von Versicherungen gerne als Orientierungshilfe genommen, um eine evtl. Erstattungsfahigkeit zu beurteilen.

Beamte sind meistens Beihilfeberechtigt, für diese gilt die Erstattung von Heilpraktikerleistungen für Beamte des Bundes mit festgeschriebenen (vereinbarten) Sätzen.

Plausibilität der Rechnung

Ein wesentlicher Punkt bei der Übernahme der Kosten ist auch die medizinische Notwendigkeit der jeweiligen Behandlung. So sind auf der Rechnung und in der Dokumentation also neben der Angabe der Leistungen auch die Diagnosen (bestenfalls in ICD-10) abzugeben. Neben der Angabe der Diagnosen sollten die Leistungen in einem sinnvollen und nachvollziehbaren Zusammenhang stehen. So kann nicht nur eine Leistung abgerechnet werden, sondern eine Kombination aus mehreren Ziffern nach der GebüH. Um Problemen bei der Übernahme durch Versicherungen vorzubeugen sollte die Höhe des Betrages und die Kombination schlüssig sein. Als Beispiel nehmen wir die Situation, dass der Patient in die Praxis für Psychotherapie kommt. Dabei ist die Angabe der 24.2 in diesem Zusammenhang weder schlüssig noch nachvollziehbar. Ebenfalls ist die gleichzeitige Angabe eines Besuchs in der Praxis und eines Hausbesuchs nicht korrekt, da beides nicht zur gleichen Zeit stattfinden kann.

Plausibel Unplausibel
  1 Für die eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Untersuchung   1 Für die eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Untersuchung
  19.1 Psychotherapie von halbstündiger Dauer   19.1 Psychotherapie von halbstündiger Dauer
      24.2 Eigenharninjektion
      9.1 Hausbesuch, einschließlich Beratung bei Tag

Zur Plausibilität gehört auch der Aspekt, dass die Diagnose objektiv zur Behandlung passen muss. Die angestrebten Maßnahmen müssen demnach stets im Verhältnis zur Krankheit des Patienten stehen. Die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung wird vom Behandler festgestellt und durch die Diagnose untermauert. Aus der nachvollziehbaren Diagnose muss sich ein schlüssiges Behandlungskonzept ergeben.

Zusammenfassung einer ordentlichen Rechnung

  • Entsprechung der gesetzlichen Anforderungen
  • Angabe von Diagnosen nach ICD-10
  • Höhe der Preise bestenfalls nach GebüH
  • Angabe der Rechnungspositionen/Leistungen (Datum, Ziffer, Beschreibung und Betrag)

Preisgestaltung

Die preisliche Gestaltung für Heilpraktiker ist nicht ganz einfach und kann gerade für Einsteiger sehr herausfordernd sein. Jedoch ist dies nach einer kurzen Einarbeitung überschaubar. Im Prinzip gibt es nur einen Rechnungsempfänger (den Patienten) und zwei Varianten der Rechnungsstellung. Die erste Variante wäre der sogenannte Selbstzahler, die zweite Variante das Vorgehen, die Kosten von einer Versicherung des Patienten erstatten zu lassen. Entsprechend sind die Preise zu kalkulieren.


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