Abrechnung für Coaches

In der heutigen Abrechnungsserie widmen wir uns den Coaches und der Frage, welches Honorar ist angemessen, was ist ein Leistungspaket und was gehört alles in eine Rechnung?

Wie wird man als Coach bezahlt?

Die Bezahlung eines Coaches basiert auf einem zuvor vereinbarten Dienstvertrag nach §§ 611-630 BGB mit dem Kunden, Patienten oder auch Klienten. Dienstverträge sind z.B. auch bei Mandats-, Telekommunikations- oder Arbeitsverträgen üblich. Die Form des Vertrages ist dabei frei wählbar, es empfiehlt sich jedoch einen schriftlichen Vertrag (Coaching-Vertrag) über die Leistungen, den Umfang und die preisliche Gestaltung abzuschließen.

Die Höhe der Honorare kann mit dem Kunden im Prinzip frei vereinbart werden. Diese müssen jedoch vorab transparent, eindeutig und offen dargelegt werden. Sollte keine Vereinbarung getroffen werden, so kann es in Einzelfällen zu Problemen kommen. Einige Amtsgerichte haben hierzu klare Urteile gefällt und ein „angemessenes“ Honorar im Nachinein gerichtlich auf max. 100-300€ je Stunde festgelegt.

Demnach kann ein Coach mit selbst angesetzten Honoraren arbeiten und die Preise frei gestalten.

Begleichung / Erstattung von Rechnungen

Die Rechnungen eines Coaches werden grundsätzlich vom Kunden direkt beglichen, da auch mit diesem der Vertrag direkt geschlossen wurde.

Anders als leider oft behauptet kann sich der Kunde die Kosten nicht von einer Krankenkasse erstatten lassen. Diese sind als nicht erstattungsfähige Leistungen einzustufen. Nur in Einzelfällen und nur über individuelle Verträge direkt mit den Krankenkassen, in ausgewählten Modellprojekten und bei Vorliegen entsprechenden Zertifizierungen (z.B. § 20 SGB V) kann sich der Kunde die Honorare auch von einer Krankenkasse erstatten lassen. Dies sind dann aber keine Gesundheitsleistungen, sondern individuelle Honorare. Im Prinzip tritt hier die Krankenversicherung als eigentlicher Kunde auf. Eine solche Ausnahmeregelung ist nur äußerst selten und in den meisten Fällen von einem glücklichen Zeitpunkt und guten Beziehungen zu den jeweiligen Entscheidungsträgern abhängig.

In einigen Fällen können gewisse Arten von Coaching-Leistungen steuerlich abgesetzt werden. Dies betrifft z.B. ein Business-Coaching im Rahmen der beruflichen Weiterbildung oder Gesundheits-Coaching bei der Gesundheitsprävention. Sprich am besten mit Deinem Steuerberater, welche der Leistungen für einen Kunden steuerlich

Preisgestaltung

Die preisliche Gestaltung für Coaches ist also relativ einfach. Entweder wird mit dem Kunden ein Honorar pro Stunde oder eine Pauschale für eine bestimmte vorher definierte Leistung vereinbart.

Wie bereits oben erwähnt setzen Gerichte oftmals angemessene Honorare auf 100-300€ fest, dies ist jedoch kein Gesetz und kann im beiderseitigen Einverständnis beliebig angepasst werden. Bei der Summe für das optimale Honorar muss man selbstverständlich die finanzielle Bereitschaft der potenziellen Kundschaft kennen, die in einigen Zielgruppen sehr stark schwankt. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Agenturen (150-700€) oftmals einen höheren Satz veranschlagen als freiberuflich tätige (80-350€). Spitzenreiter mit bis zu 900€ und weit mehr pro Stunde gibt es sicherlich, diese bilden jedoch eher die Ausnahme und werden primär wegen der Prominenz oder der Spezialisierung so hoch entlohnt. Die meisten Einsteiger starten mit einem Stundenhonorar von 80-140€.

Neben dem Honorar pro Stunde können Leistungen auch in sogenannten Leistungspaketen zusammengefasst werden. Diese können unterschiedlich aufgebaut werden, z.B. kann dort pauschal eine gewisse Anzahl von Stunden einer Leistung und eine gewisse Anzahl einer anderen Leistung vereinbart werden, die dann noch kombiniert werden können mit Fixkosten z.B. für Materialien, Softwarelizenzen oder anderen Aufwendungen. Solche Pakete machen es dem Kunden leichter sich, sich im Dschungel unterschiedlicher Angebote zurechtzufinden und konkrete Zielsetzungen zu verabreden. So kann die Arbeit mit einem Coach für den Kunden planbar gestaltet werden.

 


Case ist ein Produkt der: